aus: Die Kirche vom 16. Januar 2005, Seite 4

Segen

Von Tanja Tschierse

"Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder." Passender hätte der aktuelle Wochenspruch zur Amtseinführung des Beauftragten für Spiritualität unserer Landeskirche, Pfarrer Wolfgang Bittner, nicht sein können. Denn allein der Heilige Geist bewegt die Menschen. "Rückzug in die Stille ist wichtig", betont Propst Lütcke. Gerade weil heutzutage auch immer mehr Pfarrer "ausgebrannt" seien, müsse das "Kerngeschäft" der Kirche, die Spiritualität, wieder mehr Beachtung finden. Das findet auch Pfarrer Bittner. Christliche Spiritualität bedeute, den Spuren Jesu Christi nachzuspüren. Dazu bedarf es der Sehnsucht der Menschen nach dem Hintergründigen, nach Gott. Dieser Sehnsucht Raum zu geben mache die Spiritualität aus. Von menschlichen Anfängen und von der Reife des Menschen spricht er. Erst, wenn die Dimension Gottes durch das Menschliche hindurchleuchtet und der Mensch darüber von ganzem Herzen fröhlich wird, dann gewinnt der Mensch seine Reife. "Nicht wir besitzen den Glauben, sondern der Glaube uns."
Man glaubt Pfarrer Bittner jedes Wort. Gütig, gemütlich, mit österreicherischem Dialekt steht er vor der Gemeinde, predigt frei ohne jedes Manuskript. Jedem Laut horcht man gespannt, fühlt sich auf sympathische Weise vereinnahmt durch seine Worte, die die Erkenntnis weiten. Spiritualität beginnt tatsächlich in der Kirche - hier ist sie zum Greifen nah "zur Ehre Gottes und zum Besten der Gemeinde". Bittners Versprechen zur Amtseinführung trägt schon erste Früchte - welch ein Segen für unsere Landeskirche.
 

 

 

 

 

 

Fotos von der Amtseinführung in der Segens-Kirche Berlin-Prenzlauer Berg